Bronze beim Europacup in Österreich

Natalia Schauseil besiegt vierfache russische Meisterin

1.6.2013 - (ThS) Mit zwei Bronze-Medaillen kamen die deutschen Junioren (U21) am vergangenen Wochenende vom Europacup aus Leibnitz (Österreich) zurück. Eine davon erkämpfte nach sensationeller Aufholjagd die Thüringerin Natalia Schauseil (SV 1883 Schwarza).

Nach knapper Auftaktniederlage gegen die Nr. 5 der europäischen Rangliste, Amy Livesey (GBR), startete Natalia, die durch den Poolsieg der Britin die Chance auf die Trostrunde erhielt, einen Durchmarsch bis auf Platz 3 und holte sich damit ihre vierte Europacupmedaille, die erste in der neuen Alterklasse. Dreimal gewann sie mit vollem Punkt (Ippon) gegen Ilaria Silveri (Italien), Evelin Salanki (Ungarn) und im finalen Kampf um Platz 3 gegen die 4-fache russische Meisterin und aktuelle Nr. 4 der Europarangliste, Dariko Gabaidze. Im Kampf um den Einzug ins „kleine Finale“ besiegte sie zuvor deren Landsfrau Antonina Shmeleva mit einer kleinen technischen Wertung (Yuko).

Dieser unerwartete und schöne Erfolg wird Natalia Schauseil, die vor dem Wettkampf auf Nr. 65 der europäischen Rangliste platziert war, weiter Aufschub und Motivation für ihre nächsten Wettkämpfe geben, darunter mit der Internationalen Deutschen Meisterschaft Anfang August in Berlin mindestens auch noch einen weiteren Europacupeinsatz.



Natalia (weiß) im Kampf gegen Gabaidze (RUS)





Siegerehrung bis 70 kg:
v.l.n.r. Lola Mansour (BEL), Sanne van Dijke (NED), Yarden Mayersohn (ISR) und Natalia Schauseil (GER)

Fotos: EJU (Alois Kratochwill)

Amelie Giller ist Thüringer Landesmeisterin!

13.4.2013 - In Jena trafen sich die besten Kämpfer zu den Landesmeisterschaften der Judoka unter elf Jahren. Etwa 250 Kinder kämpften um die begehrten Medaillen. Der SV Schwarza war mit zehn Kämpfern am Start. Amelie Giller (-32 kg) konnte souverän ihren Titel des letzten Jahres verteidigen. Nach vier vorzeitigen Siegen mit sehenswerten Würfen sicherte sich die Schwarzaer Kämpferin die Goldmedaille! Auf den zweiten Platz kam überraschend Benjamin Taubert. Bronze sicherte sich Antonia Kamp. Fünfte Plätze gingen an Paul Rühlemann und Niklas Bölecke.



Natalia erkämpft Bronze bei den Deutschen Meisterschaften

9.3.2013 Frankfurt/Oder - So kann das Wettkampfjahr weiter gehen! Nach ihrem 5. Einzeltitel bei den Mitteldeutschen Meisterschaften der Altersklasse U21 erkämpfte sich Natalia Schauseil vom SV 1883 Schwarza auch bei den Deutschen Meisterschafen eine Medaille, die zweite nach ihrem noch in der Altersklasse U17 errungenen Meistertitel 2011.

Natalia startete furios mit zwei Ipponsiegen gegen Annalena Bauer aus Bayern (Schulterwurf) und Miriam Kost aus der Pfalz (kleine Innensichel). Im Viertelfinale traf sie auf Lokalmatadorin Sarah Gregor. Diese Konstellation kam nicht ungelegen, hatte Natalia mit dieser Kämpferin doch noch mindestens zwei Rechnungen offen: Erst kürzlich in Arlon (Belgien) hatte Sarah gewonnen und auch bei den Deutschen Meisterschaften 2012 scheiterte Natalia in der Trostrunde an der Kämpferin von der Sportschule Frankfurt/Oder. Diesmal sollte alles anders werden. Ähnlich wie in dem Arloner Kampf drehte Sarah Gregor zum Wurf ein, Natalia übernahm entschlossen und warf ihre Kontrahentin voll auf den Rücken: Ippon und Einzug ins Halbfinale!

Auch hier wartete eine „alte“ Bekannte: Miriam Butkereit aus Schleswig-Holstein, ehemalige Deutsche Meisterin der U17, Gewinnerin des Thüringenpokals 2010 und Medaillengewinnerin zahlreicher Europacup-Wettkämpfe. Natalia hatte die mindestens einen Kopf größere Rivalin bisher nie besiegen können und auch diesmal sollte es nicht gelingen. Dabei spielten die neuen Wettkampfregeln eine entscheidende Rolle, bei denen u.a. Griffverhinderungen und einseitige Fassarten schneller zu Strafen führen können. Von denen musste Natalia schon in der Anfangsphase des Kampfes drei Stück hinnehmen, ohne dass auch nur eine Wertung gefallen war. Die vierte Strafe hätte die vorzeitige Niederlage zur Folge gehabt. Natalia musste jetzt alles geben und ging bis an ihre körperlichen Grenzen. Pausenlos war sie im Angriff. Am Boden spielten sich dramatische Szenen ab. Die Norddeutsche schaffte es jedoch immer wieder, sich in letzter Sekunde herauszuwinden. Vierzehn Sekunden vor Schluss setzte Natalia erneut zu einer Sankaku-Festhalte an. Kopf und Arm der Gegnerin waren bereits fest arretiert. Sie begann gerade das Bein von Miriam Butkereit zu strecken, als das Trennkommando des Kampfrichters kam. Unfassbar! Natalias Heimtrainer Martin Rumpf und Landestrainer Mike Göpfert konnten es am Mattenrand kaum glauben. Ein Blackout des Kampfrichters? Wie dem auch sei. In den noch verbleibenden 8 Sekunden war nichts mehr zu machen. Der Kampf endete ohne Wertung und Natalia verlor auf Grund der Bestrafungen.

Es blieb aber die Chance auf Platz 3 und die nutzte Natalia eindrucksvoll. Julia Weikert aus Berlin hatte im kleinen Finale nicht den Hauch einer Chance. Fast wäre es Natalia gelungen, erstmals mit einer Würgetechnik zum Erfolg zu kommen, doch die Berlinerin stemmte sich mit letzter Kraft gegen die drohende Niederlage. Nach einem schlecht ausgeführten Angriff der offenbar noch etwas benommenen Gegnerin kam es erneut zu einem Bodenkampf. In dem zahlten sich Natalias vor allem in Japan weiter gewachsene Fähigkeiten aus. Überlegt arbeitete sie ihre Festhaltetechnik heraus und hatte nach 20 Sekunden unter dem Jubel des Anhangs aus Thüringen und Sachsen ihre Gegnerin besiegt.

Die Bronzemedaille ist der bisher größte Erfolg der Schwarzaerin in der neuen Altersklasse, den auch Bundestrainer Claudiu Pusa wohlwollend zur Kenntnis genommen hat. Natalia darf damit auf weitere Einsätze in der Nationalmannschaft hoffen, da sie als Jahrgangsbeste abschnitt. Nun gilt es, diese Leistung beim hochkarätigen Internationalen Thüringenpokal, der schon in zwei Wochen in Bad Blankenburg stattfindet, zu bestätigen.

Lisa Zey konnte leider aus gesundheitlichen Gründen bei den Deutschen Meisterschaften nicht teilnehmen. Wir hoffen, dass sie bald wieder fit ist.



Natalia (weißer Judogi) beim Uchi-Mata-Ansatz im zweiten Hauptrundenkampf gegen Miriam Kost


Kleines Finale: Natalia (blauer Judogi) bei der Drehwürge (Koshi-Shime) gegen Julia Weikert



Das Treppchen bis 70 kg: v.l.n.r.: Miriam Butkereit, Szaundra Diedrich, Natalia Schauseil und Lea Püschel



Natalia mit ihrem Heimtrainer Martin Rumpf (Leipzig) und Landestrainer Mike Göpfert

Weitere Fotos vom Wettkampf gibt es hier: >>>